Schutz des Zahnes durch eine Krone
Verschiedene Ursachen können dazu führen, dass ein Zahn mit einer Krone versorgt werden muss. Ein klassischer Grund ist die Zerstörung von großen Teilen der natürlichen Zahnhartsubstanz z.B. durch Karies oder einen Unfall. Der verbliebene sichtbare Rest des Zahnes kann in diesen Fällen nicht dauerhaft die Kaukräfte aufnehmen, ohne weitere Zerstörungen aufzuweisen.

Ein Unterlassen der notwendigen Versorgung mit einer Krone führt zwangsläufig früher oder später zum Verlust des gesamten Zahnes und bei unversorgter Lücke zu einer Schädigung des Kauorganes.

In der heutigen Zeit steht eine Reihe von unterschiedlichen Verfahren zur Rekonstruktion eines zerstörten Zahnes zur Verfügung. In keiner früheren Zeit waren die Möglichkeiten so vielfältig. Krone ist nicht gleich Krone.

Folgende Herstellungsarten sind zur Zeit am häufigsten zu finden:

1. Vollgusskrone
2. Teilverblendete Krone mit Metallgerüst
3. Vollverblendete Krone mit Metallgerüst
4. Vollkeramische Krone mit einem Gerüst aus Zirkoniumoxid
5. Vollkeramische Krone mit einem Gerüst aus gepresster Keramik

1. Vollgusskrone
Eine Vollgusskrone ist - wie der Name schon sagt - ganz aus Metall. Keine Verblendung verschafft dieser Versorgungsart ein natürliches Aussehen. Im James Bond Film Moonraker wird bewusst diese Eigenschaft psychologisch eingesetzt. Einer der Kontrahenten von James Bond ist der Beißer. Glücklicherweise bezuschussen in Deutschland die gesetzlichen Krankenkassen zumindest Teilverblendungen bis in den Bereich der kleinen Seitenzähne. Ganz so extrem wird dann eine zahnärztliche Versorgung mit einer nicht-edelmetall-haltigen Legierung im Seitenzahnbereich nicht aussehen - aber sicher auch nicht hübsch.

Eine Vollgusskrone aus einer hochgoldhaltigen Legierung kommt fast nicht mehr vor. Durch den sehr hohen Goldpreis sind die Kosten im zahntechnischen Labor zum teil höher, als bei einer verblendeten Krone.

Die Versorgung mit Vollgusskronen aus einer Nicht-Edelmetallhaltigen Legierung ist sicher nicht mehr zeitgemäß. Ihr einziger Vorteil ist der relativ günstige Laborpreis. Nachteile wie z.B. erhöhte Temperaturempfindlichkeit, bläuliche Verfärbung des Zahnfleischrandes, Belastung des Körpers mit Bestandteilen der Legierung, künstliches und unbiologisches Aussehen machen diese Versorgungsart zunehmend unattraktiver.

2. Teilverblendete Krone mit Metallgerüst
Im Grunde handelt es sich hierbei um eine Vollgusskrone, die an den zum Betrachter gerichteten Außenflächen eine Verblendung aus Kunststoff oder Keramik trägt. Die Kauflächen sind immer metallisch sichtbar. Das Aussehen dieser Kronenart ist schon ein wenig gefälliger, als das von Vollgusskronen.

3. Vollverblendete Krone mit Metallgerüst
Bei dieser Krone ist kein Metall sichtbar. Wird im zahntechnischen Labor auf einem Gerüst aus hochgoldhaltiger Legierung gearbeitet, kann durch die "warme" Farbe des Metalls eine sehr natürliche Zahnfarbe erzeugt werden. Für den Frontzahnbereich ist diese Versorgungsart nicht mehr zeitgemäß, perfekt gefertigte vollkeramische Kronen sehen sehr viel natürlicher aus. Für den Seitenzahnbereich kann die voll verblendete Krone sinnvoll sein. Auch wenn das Metallgerüst nicht sichtbar ist, die Wahl der Legierung ist wichtig. Nicht edelmatallhaltige Legierungen können Allergien auslösen. Genauer können Sie diese Zusammenhänge im Artikel über Zahntechnische Arbeiten aus Metall nachlesen.

4. Vollkeramische Krone mit einem Gerüst aus Zirkoniumoxid
Unter allergologischen Aspekten ist diese Krone sicher besser, als eine Krone mit nicht-edelmetallischen Bestandteilen. Durch den relativ günstig gewordenen Laborpreis kann fast schon von der Volkskrone aus Vollkeramik gesprochen werden. Wir haben die Kronenart einige Male für unsere Patienten anfertigen lassen und sind nicht ganz zufrieden mit den erreichbaren Genauigkeiten an den Rändern. Eine perfekt hergestellte Krone aus gepresster Vollkeramik ist messbar genauer. Ein anderer negativer Effekt ist das so genannte Chipping. Hierbei löst sich nach einiger Zeit unter der Kaubelastung die Verblendungskeramik von der Gerüstkeramik. Oft ist eine Neuherstellung unumgänglich. Wir verwenden diese Kronenart so gut wie nie.

5. Vollkeramische Krone mit einem Gerüst aus gepresster Keramik

Die ästhetisch perfekteste Krone ist die gepresste Vollkeramik-Krone. Exzellente Randschlusseigenschaften verbunden mit einem naturidentischen natürlichen Erscheinungsbild machen diese Krone zu unserem Favoriten. Durch das hohe Maß an Bioneutralität kann das Zahnfleisch auf der Keramikoberfläche anwachsen. Zu einer Verfärbung des Zahnfleischrandes kommt es nicht.

Zusammenfassung

Je nach Zahn, der restauriert werden soll, ist die vollkeramische Krone aus gepresster Vollkeramik durch ihre bestechende Genauigkeit und ihr natürliches Aussehen die erste Wahl. Im Seitenzahnbereich kann je nach Indikation alternativ eine voll verblendete Krone mit einem Gerüst aus hochgoldhaltiger Legierung eine gute Wahl sein. Die Entscheidung wird immer mit dem Patienten zusammen getroffen.