Finden sich bei der eingehenden Untersuchung Anhaltspunkte auf Erkrankungen des Zahnhalteaparates, wird in der Regel genauer untersucht. Sind an mehreren Zähnen an der Außenseite ein Rückgang des Zahnfleischs (Gingivarezessionen) zu sehen, wird in der Regel wird ein so genannter Rezessionsstatus erhoben.

Hierbei wird der Übergang der festen zur beweglichen Mundschleimhaut mit einer Jodlösung sichtbar gemacht. Diese so genannte Mukogingivale Grenzlinie dient als feste Bezugsgröße für alle Messungen und macht diese reproduzierbar. Der Rezessionsstatus nach Ratka-Krüger et al ist eine standardisierte Messung, die auf einem speziellen Formblatt dokumentiert wird.

In Hinblick auf eine Mögliche Therapie, bzw. auf die Prognose einer geplanten Therapie hat Miller 1985 eine Klassifikation der Gingivarezessionen eingeführt. Die Klassifikation nach Miller kommt noch heute international zur Anwendung und dokumentiert den Rückgang an Zahnfleisch und Kieferknochen im Zusammenhang mit Rezessionen und dem zu erwartenden Erfolg einer Therapie.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Erfolg einer Therapie von sichtbaren Zahnfleischeinbrüchen auf den ersten Blick nicht eingeschätzt werden kann. Erst nach Erhebung eines Rezessionsstatus und dessen Auswertung kann über eine Korrektur des Zahnfleischverlaufes gesprochen werden.